Ute Klein nimmt mit einer grossen Wandmalerei Bezug zur speziellen Unterspann-Deckenkonstruktion der Kunsthalle. Die Wandmalerei ist eine Umsetzung eines Auffang-Papiers, einer Malerei, die neben ihren grossen mit verdünnter Farbe gekippten Ölbildern entstand.
Die Deckenkonstruktion ist eine Umlenkung der Kräfte, die Linien von Ute Kleins Malerei sind Aufzeichnungen der Schwerkraft während des 'Malens'.
Ute Klein malt, in dem sie Ölfarbe verdünnt, auf einen liegenden Malgrund leert und den dann bewegt, so dass die Farbe Flecken, Formen und Finger bildet oder in Linien auszieht, die der Schwerkraft der Bewegung folgen. Die entstandene Form trocknet und wird weiterbearbeitet, so dass Linien in verschiedene Richtungen laufen, die Farbschichten sich atmosphärisch verdichten, Formen Gestalt annehmen.
Bei jedem Kippen der Leinwand wird die auslaufende Farbe mit vorher ausgelegten Papieren aufgefangen und zurückgewonnen. Neben den Bildern sammeln die Auffangpapiere Spuren des Tropfens und Zurückleerens über lange Zeiträume.
Äste, die Wasser und Nährstoffe bis in die Baumwipfel leiten, farbige Stoffe und neue Ölbilder lassen als Ganzes eine Malerei im und mit dem Vebikus-Raum entstehen.
Die Äste liegen auf dem Boden, zeichnen selber die Linien der in ihnen geflossenen Flüssigkeiten auf den Boden. Je nach Baumart sind das andere 'Leitlinien'.
Ute Klein verwendet verdünnte Farben, die sich je wie eine Haut oder ein dünner Stoff über Teile des Bildes legen oder spannen, untere Schichten neu verfärben, hauchdünn sind oder sich an unebenen Teilen verfangen und konzentrieren, verklumpen.
Die Entwicklung von Wandmalerei/Malerei im Raum wurde von der Kulturstiftung Thurgau mit einem Werkbeitrag finanziell unterstützt.