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"wachsen", Farbformen und Farbkonzept, Foto: Samuel Hasler, 
Schulhaus-Neubau von AllemannBauerEigenmann Architekten, Zürich

Dokumentation pdf (3,3MB)

„Die Pflanzen (Kinder) wachsen von selbst, das ist ihre Natur. 
Wir müssen sie pflegen, fördern und schädliche Einflüsse fernhalten.“

„Wachsen“ hat den gleichen sprachlichen Ursprung wie Gras und wie Grün.

Weisse, grasartige Farbformen auf den gerillten Akustikwänden der Halle:

Die hellen Grasformen umspielen die Vertikale frei wachsend. Die Formen sind weiss. Das Weiss ist ganz fein farbig moduliert, glänzt.
Weiss als Lichtform oder Leerform, als Gegenfarbe zu den geraden regelmässigen Schul(haus)-Linien.

Die Formen sind ursprünglich mit Ölfarbe auf Papier gegossen: durch kippendes Bewegen des liegenden Papiers floss die Farbe hin und her und malte die verschiedenen „Gräser“.
Fliess-Prozesse durchziehen unser ganzes Leben, formen Vieles: von innersten Zellen zu Bergen zu Wolkenformationen. Fliessformen sind wohlbekannt und doch jedes Mal neu.

Farbkonzept:

Die Farben für die (Nicht-Sichtbeton-)Wände sind im Sinn der gleichen sprachlichen Quelle "wachsende" (Gras)Farben.

In der Halle und im unteren Stock ist es ein luftiges bläuliches Grün, in den Schulzimmern oben ein ruhiges Hellgrün, in den Garderoben lockende, leuchtende Staubbeutel- und Ährenfarben. Die Halle wahrt ihre Grösse und Einheit, die Garderoben sind vier kleine Farb-Orientierungshilfen und Farb-Erlebnisorte, die Schulzimmer haben einen ruhig-belebenden Farbhintergrund.

Die Sanitärräume sind im Gegensatz zu den hellen offenen Räumen dunkelfarbig: ein bläuliches Braunrot. Draussen, wo rundrum das echte, sich saisonal färbende Gras wächst, hat die Pausenhalle eine tiefblaue Decke.